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Schlangen - Serpentes
Nattern und Vipern

Alle Arten der Region Hannover und Niedersachsens in Text und Bild

Von Uwe Manzke

Artenspektrum

In Niedersachsen sind drei Schlangenarten heimisch, alle drei Arten leben auch in der Region Hannover:

Eine ausgesprochen kletternde Schlange ist die Äskulapnatter Zamenis (Elaphe) longissimus, hier ein Weibchen. Diese wärmeliebende Art kommt in Niedersachsen nicht vor.

Weiterhin kommen in Deutschland folgende Schlangenarten vor, die Äskulapnatter Zamenis (Elaphe) longissimus, die Würfelnatter Natrix tesselata und die Aspisviper Vipera aspis.

Hin und wieder werden ausgesetzte oder entwichene fremdländische Schlangen, vor allem in Ortschaften aufgefunden. Auch wenn in Niedersachsen die Haltung von Giftschlangen ohne Sondererlaubnis verboten ist, sollte bei der Sichtung von unbekannten Schlangen die Feuerwehr und/oder die untere Naturschutzbehörde informiert werden. Meistens verfügt die Feuerwehr über geschultes Personal und kann sich um diese Tiere kümmern.

Bitte beachten Sie auch folgende Links: Ansprechpartner für aufgefundene exotische Reptilien.

Zur Verbreitung und Lebensweise

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Kreuzotter: ihr Verbreitungsgebiet reicht bis über den Nordpolarkreis.

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Ringelnatter: beim Schlupf aus dem Ei.

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Ringelnatter: überfahrenes, eiertragendes Weibchen.

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Ringelnatter: Jungtier kurz nach der Nahrungsaufnahme.

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Ringelnatter: kurz vor der Häutung (durch Lymphe "getrübtes Auge").

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Kreuzotter: die abgestriffene Haut wird Häutung, Exuvie oder Natternhemd genannt.

Schlangen sind weltweit mit Ausnahme der Arktis und Antarktis verbreitet. Sie besiedeln die unterschiedlichsten Lebensräume und leben unterirdisch, auf dem Erdboden, in Bäumen und Sträuchern, im und am Wasser sowie auch im Meer.

Die am weitesten nördlich lebende Schlangenart ist die Kreuzotter, deren Verbreitungsgebiet sich bis nördlich des Polarkreises in Nordskandinavien erstreckt.

Fast alle Schlangenarten legen Eier, einige gebären bereits voll entwickelte Jungtiere. Zu diesen Schlangen gehören beispielsweise auch die in Deutschland lebende Kreuzotter und die Schlingnatter, sie sind ovovivipar. Die trächtigen Weibchen suchen zum Ausbrüten der im Körperinneren befindlichen Eier geeignete ruhige Sonn- beziehungsweise Brutplätze auf. Oft handelt es sich hierbei um traditionell und immer wieder genutzte Brutplätze. Auch die eierlegende Ringelnatter hat traditionelle Eiablageplätze ("Brutplätze"), zum Beispiel Pferdemist- und Komposthaufen. Diese werden immer wieder, oft von vielen Weibchen gemeinsam zur Eiablage aufgesucht.

Entsprechend haben die in Deutschland lebenden Schlangen unterschiedliche Jahreslebensräume, die Winterquartiere, die Frühjahrssonnplätze, die oft auch zugleich Paarungsplätze sind, sowie die Brut- beziehungsweise Eiablageplätze. Zum Teil unternehmen die Schlangen größere Wanderungen zwischen diesen Teillebensräumen, dies gilt vor allem für die recht vagile Ringelnatter. Oft werden Schlangen bei der Querung von Straßen überfahren.

Mit wenigen Ausnahmen fressen Schlangen überwiegend kleinere Wirbeltiere, wie Fische, Amphibien, andere Reptilien, Kleinsäuger und Vögel, zusätzlich können auch Wirbellose gefressen werden. Nur wenige Arten sind ausgesprochene Nahrungsspezialisten und ernähren sich beispielsweise ausschließlich von Vogeleiern oder nur von Gliedertieren (Arthropoden). Die in Niedersachsen lebenden Arten fressen überwiegend Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger, seltener Vögel und Fische sowie in kleineren Mengen auch Gliedertiere. Zu beachten ist, dass junge Schlangen, beispielsweise junge Kreuzottern, oft auf bestimmte Beutetiere, wie junge (Braun-)Frösche und junge (Wald-)Eidechsen angewiesen sind, diese daher im selben Lebensraum leben müssen.

Während des Wachstums häuten sich die Schlangen, wobei die Haut meistens in einem Stück, dem sogenannten Natternhemd oder Exuvie abgestreift wird. Kurz vor der Häutung werden die Augen der Schlangen durch Lymphflüssigkeit und Lufteinlagerungen trüb.

In Niedersachsen lebt nur eine Giftschlange, die Kreuzotter. Ein eventueller Biss von einer Kreuzotter ist Ernst zu nehmen, auch wenn keine Lebensgefahr besteht. In jedem Fall ist Ruhe zu bewahren und ein Arzt aufzusuchen. Der gebissene Körperteil (z. B. Hand, Arm, Fuss, Bein) ist möglichst wenig zu bewegen. Das Aussaugen, Aufschneiden oder gar Ausbrennen der Wunde ist in jedem Fall zu unterlassen, dies sind "Wildwest-Klischees". Auch sollte auf ein Abbinden mit einer Schnur verzichtet werden, da dies zumeist falsch vorgenommen wird und zu bleibenden Schäden führen kann. Einn "flächiges Abbinden" (mit einer Binde großflächiges Umwickeln) kann allerdings helfen.

Bitte beachtet folgende Links: Ansprechpartner für aufgefundene exotische Reptilien.

Schlingnatter

 

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Zu den Artenportraits gelangt Ihr, indem Ihr mit dem Mauszeiger auf ein Bild oder einen Artnamen klickt.

 

Ansprechpartner für aufgefundene exotische Reptilien in Niedersachsen: