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Frühjahrs-Feenkrebs © U. Manzke

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Salinenkrebs Artemia spec.

Von Uwe Manzke

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Salinenkrebs: Weibchen.

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Salinenkrebs: Männchen mit dem umgebildeten 2. Antennenpaar (Halte-/Greiforgan für die Paarung).

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Salinenkrebs: Weibchen.

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Salinenkrebs: Paarung.

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Salinenkrebs: Paarung.

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Salinenkrebs: Weibchen mit Eiern.

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Salinenkrebs: Männchen mit "Kieferzange" ( = 2. Antennenpaar).

Verbreitung in Niedersachsen

Natürliche Vorkommen von Salinenkrebsen Artemia spec. in Niedersachsen sind nicht bekannt. Salinenkrebse wurden öfter von Aquarianern in salzigen Binnengewässern und vor allem in Sickertümpeln von Kali-Abraumhalden angesiedelt. In Niedersachsen sind drei angesalbte Vorkommen bekannt, eines ist seit den 1980er Jahren erloschen.

Salinenkrebse sind weltweit in geeigneten Binnensalzgewässern verbreitet. Es werden mehrere Arten und Artengruppen unterschieden. Die Ansprache der Art ist nicht ganz einfach, da die Salinenkrebse je nach Umweltbedingungen äußerst variabel sind. Dies betrifft zum Einen die Färbung, vor allem aber sind die morphologischen Unterschiede zu nennen, auch sind Hybridisierungen bekannt. In Europa sollen mindestens vier "Arten", drei heimische und eine eingeführte Art vorkommen.

Vorkommen in der Region Hannover

Natürliche Vorkommen des Salinenkrebses Artemia salina für die Region Hannover können ausgeschlossen werden. Dennoch ergaben Umfragen unter Aquarianern zumindest ein gesichertes Vorkommen von Salinenkrebsen Artemia spec. auf einer Abraumhalde eines Kalibergwerkes am Westrand von Hannover. Das Vorkommen existierte bis ca. 1990, mittlerweile sind die ehemaligen salzhaltigen Tümpel mit Erde abgedeckt.

Lebensraum

Die Salzwasserkrebschen, wie "Artemia" auch genannt wird, sind auf salzhaltige Binnengewässer angewiesen. Oft sind dies Gewässer mit stark schwankenden Wasserständen und Salzgehalten.

Biologie und Ökologie

Wie alle Branchiopoden legt Artemia "Dauereier", dies sind eigentlich Zysten mit "schlafendem" Stoffwechsel. Aus diesen Eiern entwickeln sich die Larven, die bei den Krebsen Nauplien genannt werden. Typisches Kennzeichen dieser Larven ist das Nauplienauge. Im Laufe weniger Wochen entwickeln sich aus den Nauplien die geschlechtsreifen Tiere.

Artemia ist, wie einige andere Branchiopoden, in der Lage sich neben der zweigeschlechtlichen Vermehrung durch die Paarung von Männchen mit Weibchen, auch parthenogenetisch, das heißt, ohne Männchen fortzupflanzen. Bei der Paarung werden die Weibchen von den Männchen mit dem umgebildeten 2. Antennenpaar ergriffen und festgehalten.

Je nach Umweltbedingungen entwickeln sich in den Eisäcken der Weibchen bereits die Nauplien oder es werden die Überdauerungsformen, die Zysten gebildet.

Gefährdung und Artenschutz

In Deutschland gilt Artemia salina (hier aufgrund einer Definition alle anzutreffenden Taxa) als vom Aussterben bedroht (RL 1), wobei es aber seit seit langem keine A. salina-Vorkommen mehr gibt. Die Art daher ausgestorben ist (RL 0) . Mangels Kenntnissen über autochthone Vorkommen können keine Aussagen zu einer möglichen Gefährdung in Niedersachsen getroffen werden. In ganz Deutschland gibt es allerdings keine rezenten Vorkommen von Artemia salina. Ein historisches Vorkommen von sehr wahrscheinlich A. salina in den Salinen von Greifswald ist seit langem erloschen. Alle rezenten Vorkommen dürften auf Aussetzungen gebietsfremder Artemia-Taxa zurückzuführen sein (sehr wahrscheinlich in der Mehrzahl die nordamerikanische Art A. franciscana). Diese angesalbten, allochthonen Vorkommen, bedürfen keiner Schutzmaßnahmen. Im Gegenteil, sind es doch unerwünschte Neozoen. Für Hinweise zu Vorkommen von Salinenkrebsen Artemia spec. bin ich dankbar (auch deutschlandweit).

Besonderes

Seit vielen Jahrzehnten ist die Zucht von Artemien für Aquarianer mit Zuchtambitionen und professionelle, gewerbliche Fischzüchter sowie der sich immer mehr etablierenden "Aquakulturen" (Fisch- und Garnelenzucht) nicht mehr wegzudenken. Für die Fisch- und Garnelenbrut werden die Salinenkrebse gezüchtet und als nährstoffreiches Futter verfüttert. Diese relativ einfache Methode geeignetes Jungfischfutter zu erhalten, entstand aus praktischen Erwägungen und auch aufgrund der zunehmenden Verarmung unserer Kulturlandschaft. Unbeeinträchtigte Kleingewässer mit reichen Vorkommen von sogenanntem "Tümpel- bzw. Staubfutter" sind selten geworden.

Sommer-Feenkrebs - Branchipus schaefferi