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Frühjahrs-Feenkrebs © U. Manzke

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Kiemenfuß, Kiefernfuß, Schildkrebs, "Triops" Triops cancriformis

Von Uwe Manzke

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Triops cancriformis.

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T. cancriformis: Unterseite.

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T. cancriformis: beim Durchwühlen des Bodengrundes.

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T. cancriformis: beim Durchwühlen des Bodengrundes.

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T. cancriformis: Portrait.

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T. cancriformis: Eier.

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T. cancriformis: Größenvergleich.

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T. cancriformis: verstorbene Individuen.

Verbreitung in Niedersachsen

Für Niedersachsen gibt es nur ca. zehn Fundorte für den Schuppenschwanz Triops cancriformis, beispielsweise bei Hildesheim, Hannover, in der Lüneburger Heide und bei Cuxhaven. Aktuell, d.h. seit 2005, sind nur drei Vorkommen von Triops, wie er gemeinhin genannt wird, bekannt.

Vorkommen in der Region Hannover

In der Region Hannover ist nur der Fund von Triops an der Kugelfangtrift in Vahrenheide bekannt. Der letzte Nachweis gelang in den 1980er Jahren. Der erste dokumentierte Nachweis datiert bereits aus dem Jahre 1895.

Lebensraum

Der Kiemenfuß besiedelt nur Temporärgewässer, d.h. Tümpel, überstaute Wiesen und Überschwemmungsflächen. In Süd- und Ostdeutschland bewohnt er auch ablaßbare Fisch-Aufzuchtteiche. Typisch sind daher Standorte in den Überschwemmungsauen der größeren Flüsse, wie Rhein und Donau. In Norddeutschland stammen die Funde jedoch nur von Sekundärstandorten, wie (ehemaligen) Truppenübungsplätzen und Abbaugruben. Es ist anzumerken, dass Triops bereits vor dem Einsatz von Kettenfahrzeugen (Panzer) auf Truppenübungsplätzen beziehungsweise Schießanlagen ("Kugelfang") zu finden war.

Triops ist außerhalb Niedersachsens oft mit dem Sommer-Feenkrebs Branchipus schaefferi und dem Linsenkrebs Limnadia lenticularis vergesellschaftet, wobei B. schaefferi in Niedersachsen als ausgestorben gilt.

Biologie und Ökologie

Triops cancriformis ist eine Sommerform. Im Gegensatz zu der verwandten Art, dem Schuppenschwanz Lepidurus apus, findet man den Kiemenfuß nur in der warmen Jahreszeit. Die Tiere können von April bis November gefunden werden.

T. cancriformis legt "Dauereier" (Zysten), die jahre- bis jahrzehntelang im Boden überdauern können. Zumeist gibt es nur weibliche Tiere, die sich parthenogenetisch ("Jungfernzeugung") fortpflanzen. Funde von Männchen sind sehr selten.

Aus den Eiern schlüpfen nach heftigen Sommerregen und/oder Überschwemmungsereignissen in den Flussauen die Nauplien (Larven). Diese entwickeln sich je nach Temperatur innerhalb von ein bis drei Wochen zum ausgewachsenen Tier.

Die Krebse fressen Detritus und ernähren sich auch von kleineren Tieren im Bodenschlamm. Bei der Nahrungssuche wird der Bodengrund "durchgepflügt". Manchmal kommt der Kiemenfuß zusammen mit Kreuzkröten Bufo calamita vor. Triops wurde wiederholt beim Fressen von Kreuzkrötenkaulquappen beobachtet.

Gefährdung und Artenschutz

Der Triops ist, wie auch alle anderen Arten der Urzeitkrebse, durch die Lebensraumveränderungen, wie Absenkung des Grundwasserspiegels, Verfüllung/Drainierung von Senken und Feuchtwiesen, Vertiefung temporärer Senken in dauerhaft wasserführende Gewässer, Ausbau von Flüssen stark gefährdet. In Niedersachsen, und auch in anderen Bundesländern, kommt den von Triops besiedelten Truppenübungsplätzen (oft mit Kettenfahrzeugen) heutzutage eine besondere Bedeutung und Verantwortung für den Fortbestand der Art zu.

Gezielte Nachsuchen auf (ehemaligen) Truppenübungsplätzen, insbesondere mit Betrieb von Kettenfahrzeugen (Panzer) sind für Funde am erfolgversprechendsten. Zu beachten ist, dass Triops nur wenige Wochen, zumeist nach stärkeren Sommerregen, auftreten kann. Hinweise über das Vorkommen von Urzeitkrebsen kann eine Trübung der Wasserstellen geben.

Keine eigenmächtigen Ansiedlungen vornehmen!

Seit einigen Jahren kann man im Handel Triops-Eier käuflich erwerben und im Aquarium aufziehen. Die Herkunft der Eier ist ungewiß, viele stammen von ausländischen Tieren. Diese Triops dürfen nicht in unsere heimische Natur ausgesetzt werden.

Limnadia lenticularis