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Frühjahrs-Feenkrebs © U. Manzke

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Frühjahrs-Feenkrebs Eubranchipus grubii (früher Siphonophanes grubei)
(Feenkrebs, Kiemenfuß, Kiefenfuß, Teichkiemenfuß, Handköpfchen, Rückenschwimmer)

Von Uwe Manzke

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Eubranchipus grubii: Männchen.

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E. grubii: oben Weibchen, unten Männchen.

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E. grubii: Männchen mit dem zangenartigen 2. Antennenpaar.

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E. grubii: Weibchen mit "Ei"-säcken.

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E. grubii: "Eier" (Zysten).

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E. grubii: "Eier" (Zysten) im Substrat.

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E. grubii: Männchenn und Weibchen in Schale fotografiert, beachte länglichen Brutbeutel des Weibchens.

Verbreitung in Niedersachsen

Der Frühjahrs-Feenkrebs (auch Feenkrebs oder Kiemenfuß) Eubranchipus grubii wurde in Niedersachsen vor allem in den Einzugsgebieten der Elbe (von der Landesgrenze im Wendland bis nach Hamburg), der Aller und der Leine nachgewiesen. Darüberhinaus gibt es Nachweise außerhalb der rezenten Flussauen bei Oldenburg, im Landkreis Lüneburg, im Landkreis Celle, bei Braunschweig, bei Wolfsburg und Gifhorn, bei Peine, in der Region Hannover, bei Göttingen und am Harzrand.

Vorkommen in der Region Hannover

E. grubii kommt oberhalb des Mündungsbereiches der Leine in die Aller bei Schwarmstedt vor, ansonsten fehlen rezente Funde des Frühjahrsfeenkrebses aus dem unmittelbaren Leinetal weitgehend. Anfang des 19. Jahrhunderts kam E. grubii noch im Bereich des Döhrener Turms in Hannover am Rande des Leinetals und der Eilenriede vor. Weitere Vorkommen sind aus einigen Waldgebieten um Hannover bekannt, zu nennen sind beispielsweise die Gaim und der Ahltener Wald.

Lebensraum

Eubranchipus grubii ist eine Frühjahrsform und bewohnt zumeist temporäre und fischfreie Kleingewässer, Flutmulden, Überschwemmungstümpel, binnendeichs gelegene Druckwassertümpel (Qualmwasser, Drängewassertümpel) und Auwaldtümpel in den Flußauen - besonders entlang der unteren Mittel-Elbe, sowie staunasse Senken und Gräben in Bruchwäldern, Laub- und Mischwäldern, seltener in offenen Wiesentümpeln, weitab der unmittelbaren Flussauen.

Biologie und Ökologie

Diese Frühjahrsform unter den Urzeitkrebsen schlüpft zum Teil bereits Ende Januar/Anfang Februar aus den Zysten ("Dauereier"). Manchmal findet man die Larven (Nauplien) und ausgewachsene Exemplare sogar unter einer geschlossenen Eisdecke. Je nach Wasserstand, vor allem in den Überflutungsauen der Flüsse, kann sich der Schlupfzeitpunkt bis in den Mai erstrecken. Diese Urzeitkrebse schlüpfen nicht in jedem Jahr und können daher bei einer einmaligen Untersuchung leicht übersehen werden. Aus den Zysten, die sehr trocken- und kälteresistent sind, können auch erst nach vielen Jahren Larven schlüpfen. Dies ist eine sehr gute Anpassung an die ephemeren (temporär wasserführenden) Lebensräume dieser Krebsart.

Die Nauplien wachsen sehr schnell heran und können bereits nach ca. zwei Wochen die Geschlechtsreife erreichen. Kurz vor der Paarung greifen sich die Männchen die Weibchen mit ihren zangenartigen Frontalanhängen und halten die Weibchen damit auch während der Paarung fest. Nach der Paarung entwickeln sich die Eier in den zwei Eisäcken am Hinterleib der Weibchen und überdauern am "Gewässer"-Grund im Substrat. Oft findet man E. grubii zusammen mit einer anderen Frühjahrsform der Urzeitkrebse, dem Schuppenschwanz Lepidurus apus (Notostraca).

Gefährdung und Artenschutz

Der Frühjahrsfeenkrebs ist durch die Lebensraumveränderungen, wie Absenkung des Grundwasserspiegels, Verfüllung/Drainierung von Senken und Feuchtwiesen, Ausbau von Flüssen und die Umwandlung von Grünländern in Ackerland, besonders in den Flußauen stark gefährdet.

Vorkommen in Deutschland

Der Frühjahrsfeenkrebs zeigt in Deutschland eine ähnliche Verbreitung, wie Lepidurus apus, und kommt überwiegend entlang der größeren Flussauen vor. In Norddeutschland können diese Flußeinzugsgebiete zu den Urstromtälern gerechnet werden. Im Gegensatz zu L. apus meidet Eubranchipus grubii aber die durchströmten Auenbereiche, und ist vor allem auf den angrenzenden - nicht direkt durchströmten - Hochterrassen zu finden. Auch die Vorkommen in den Wäldern mit (ehemaligen) hohen Grundwasserständen können oft anhand geologischer Gegebenheiten zu ehemaligen Fließgewässern zugeordnet werden.
In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist der Frühjahrsfeenkrebs in den Jungmoränengebieten anzutreffen.
In Hessen und in Nordbayern kommt E. grubii entlang des Mains vor (nur Bereiche mit Auenablagerungen). Hervorzuheben ist die Fundhäufung im Raum Hanau-Frankfurt-Mainz, sowie im "Hessischen Ried". Möglicherweise kommt die Art auch noch in der nördlich angrenzenden "Wetterau" vor, wurde aber bisher übersehen (nicht gesucht).
Für die Donau sind alte Funde dokumentiert (nicht in Karte eingezeichnet), so dass rezente Vorkommen zu erwarten sind, es muß nur gezielt gesucht werden.
Im Südwesten gibt es Nachweise in der Rheinniederung, wobei auch hier die rezenten Funde nicht in der durchströmten Aue gemacht wurden. Für das angrenzende französische Elsaß und Lothringen gibt es gleichfalls einige wenige Nachweise.

Deutschland bildet mit Elsaß-Lothringen und den Benelux-Staaten die westliche Verbreitungsgrenze der Art. Im Osten scheint E. grubii bis zum russischen Ural vorzukommen. In Fennoskandinavien sind Funde nur aus Dänemark bekannt. In Schweden, Norwegen und Finnland fehlt die Art.

Bitte um Fundmeldungen

Ich schreibe aktuell eine Publikation zu den verschiedenen "Besiedlungs-Geschichten" der in Deutschland vorkommenden "Urzeitkrebse", daher bin ich für die Mitteilung von Funden dankbar.

Feenkrebs - Tanymastix stagnalis

Nachweise von Eubranchipus grubii in Deutschland © Uwe Manzke

Eubranchipus grubii - Nachweise in Deutschland auf der Basis von TK 25-Rastern (Stand: 26. April 2021; Kartengrundlage: verändert und ergänzt n. Bundesamt für Naturschutz BfN)

Feenkrebs - Tanymastix stagnalis